IMPROVISIERTE MUSIK

 

Gertrud Meyer-Denkmann
Peter Niklas Wilson
Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik
»Improvisierte Musik« – ein Verlegenheitsbegriff, gewiß. Aber einer, der registriert, daß jene Musik, die in den USA und Europa aus den Befreiungs­prozessen des Free Jazz erwuchs, sich nicht nur weitgehend von ihren Jazz-Wurzeln entfernt hat, sondern längst eine eigene Tradition hat: eine eigene Geschichte. Der Hier-und-Jetzt-Charakter dieser Musik, ihre Flüchtigkeit jenseits der Schrift, macht sie zu einem schwierigen Gegenstand für historische und theoretische Annäherungen.
Der Hamburger Musikpublizist Peter Niklas Wilson, als improvisierender Kontrabassist selbst ein erfahrenen Praktiker dieser Kunst, versucht in seinem neuen Buch, die Besonderheiten der musikalischen Lebensform Improvisation herauszuarbeiten: in philosophisch-ästhetischen Diskursen, in Unter­suchungen zu Einzelthemen wie dem Verhältnis von Improvisator und Instrument, von Improvisation und Elektronik, von Improvisation und Bildender Kunst – und in Portraits von und Gesprächen mit einigen der wichtigsten Vertreter der internationalen Improvisationsszene, von »Altmeistern« wie Derek Bailey und Paul Bley bis zu neuen Stimmen wie Ernst Reijseger oder Bob Ostertag.

Aus dem Inhalt:
· Improvisation – Stichworte zu einer flüchtigen Kunst
· Vilém Flusser und die Geste der Improvisation
· Über das Fortschreiten der »englischen Krankheit«
· Die Musikwissenschaft und die nicht-notierte Musik der Gegenwart
· Musikalische Schrift, Improvisation und Digital­elektronik
· Improvisation und Bildende Kunst
· Der Improvisator und sein Werkzeug
· Improvisatorische Regelsysteme
· Improvisation und Reduktion
· Improvisation und Elektronik
· Einer, der nicht durch brennende Reifen springt: Derek Bailey (1)
· »Niemand wird dieses Zeug mit Kunst verwechseln!«: Derek Bailey (2)
· Meister des Mehrdeutigen: Evan Parker
· Die Politik der Spontaneität: AMM
· Pulsschlag der Freiheit: Tony Oxley
· »Diese Dinge wirken weiter«: Alexander von Schlippenbach
· »Chaos – das mag ich!«: Misha Mengelberg
· Spielen, ohne zu üben: Paul Bley
· Die Türen offen halten: Malcolm Goldstein
· Das Geheimnis des Individuums: Joe und Mat Maneri
· Klang-Arbeit im elektromagnetischen Feld: Bob Ostertag
· Musik mit Fragezeichen: Ernst Reijseger  

Der Strich des Zeichners:
Werner Dafeldecker, Uli Fussenegger, Burkhard Stangl

235 S., geb., € 24.–, 3-923997-88-4
vergriffen

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