TITELÜBERSICHT

 

Gertrud Meyer-Denkmann
Hiekel, Jörn Peter (Hg.)
Vorzeitbelebung.
Vergangenheits- und Gegenwarts-Reflexionen in der Musik heute

Komponierte Musik hat sich zu allen Zeiten mit Vergangenem auseinandergesetzt, selbst wenn diese Bezüge zuweilen heruntergespielt wurden oder aber zum Impuls einer entschiedenen Absetzbewegung gerieten. Gerade in der Musik des 20. Jahrhunderts jedoch gibt es, ähnlich wie in allen anderen Kunstbereichen, eine Vielzahl von kompositorischen Strategien, bei denen die Reflexion von Musik früherer Zeiten zu einem integralen konzeptionellen Element erhoben wird. Dass dabei weder ein nostalgischer, auf behagliche Omnipräsenz des Alten zielender noch ein verklärender oder monumentalisierender Blick auf das Vergangene bestimmend wird, versteht sich eigentlich von selbst. Doch wird es zuweilen unterschlagen – oder verdeckt durch die in weiten Teilen des Musikbetriebs dominierende museale Haltung gegenüber der Musik früherer Jahrhunderte.
Der vorliegende Band mit Vorträgen von Komponisten und Musikwissenschaftlern zeigt, dass die in Musikwerken vollzogene Begegnung mit dem Vergangenen der Impuls für wechselseitige Hör- und Verstehenshilfen, Erhellungen oder vielleicht auch Befragungen und Verrätselungen sein kann.

Die Beiträge:
Jörn Peter Hiekel: Vorzeitbelebungen in der Musik heute
Isabel Mundry: Schwankende Zeit
Manos Tsangaris: Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an
Hans Zender: Ausgehend von Hölderlin
Hans Thomalla: „An den Rand des Augenblicks“. Komponieren als Schaffung von Gegenwart
Rolf Riehm: Fehl-Lesen. Anmerkungen zu meiner Komposition Double Distant Counterpoint
Martin Zenck: Vorzeitbelebung in Ludwig van Beethovens Hammerklaviersonate und in Pierre Boulez’ zweiter Klaviersonate
Ralph Paland: Mythen der elektroakustischen „Revolution“: Aktuelle Geschichtskonstruktionen einer Musik ohne Vergangenheit
144 S., Abb., Notenbeisp., Pb., € 19.–, 978-3-936000-85-6
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